Theater/Darstellendes Spiel

Theaterarbeit an der Schule am Leibnizplatz hat nicht nur Tradition, sie ist auch profilgebend und nicht selten ausschlaggebend bei der Schulwahl. Die Kooperationen mit der Shakespeare Company und dem tanzwerk Bremen ermöglichen Auftritte unter professionellen Bedingungen sowie die Unterstützung durch die Schauspieler*innen, Choreographinnen und andere Mitarbeiter*innen in der Theaterarbeit. Die Schule und die Shakespeare Company bilden einen gemeinsamen Campus, der von der räumlichen und personellen Präsenz des Theaters geprägt wird.

SEK I

Schüler*innen der SEK I haben bislang folgende Möglichkeiten, sich im Darstellerischen auszuprobieren:

1) Klasse 5: Als Wahlpflichtfach am Vormittag 2-stündig, für ein halbes Schuljahr
Schüler*innen des 5. Jahrgangs belegen freitags zwei Stunden WPV. Haben sie sich für ein Halbjahr Theater entschieden, lernen sie hier Grundlagen des Theaterspielens. Je nach Neigung der Gruppe wird nach einem kurzen, Basis-Training ein Schwerpunkt (z.B.Tanz, Musiktheater, Rollenspiel oder auch eine Mischform) festgelegt, auf deren Grundlage dann ein kleines Stück entwickelt wird. Dieses wird nach einem halben Jahr bei einem gemeinsamen Präsentationsabend mit den WPV Zirkus und Musik aufgeführt.

Die Teilnehmer*innen des WPV 5 Theater werden im Rahmen einer Führung durch die Shakespeare Company mit den verschiedenen Bereichen des Theaters vertraut gemacht.

2) Klasse 6-11: Als AG am Nachmittag, 2-stündig.
Jedes Jahr nehmen etwa 20 Schüler*innen der Klassen 6-10 an der Theater-AG teil, um ein Stück zu entwickeln, das am Ende des Schuljahres in der Shakespeare Company aufgeführt wird. Die Spieler*innen erfahren hier ein Training in den Bereichen Körper, Stimme, Raum, Komposition und Dramaturgie und wirken maßgeblich an der Stückentwicklung mit. Der kreative Prozess und das soziale Miteinander haben bei dem Entstehen der Stücke einen ähnlich hohen Stellenwert.

Fester Bestandteil der AG ist die 3-tägige Theaterfahrt ins Tagungshaus Drübberholz, wo intensiv geprobt wird.

3) Klasse 9 und 10: Als künstlerisches Wahlpflicht-Fach (KuMuDa), 2-stündig.

Die Schüler*innen entscheiden sich am Ende der 8. Klasse für eines der musischen Fächer (Kunst, Musik, Darstellendes Spiel), das sie dann in einer festen Gruppe für zwei Jahre belegen. Im Fach Darstellendes Spiel können vornehmlich theaterpraktische Erfahrungen in den Bereichen Körper, Stimme, Raum, Ensemble gesammelt werden. Aber auch theatertheoretische Anteile fließen zur Vertiefung und Ergänzung der Unterrichtsinhalte immer wieder in die Arbeit ein oder werden z.B. in Form von schriftlich-mündlichen Kurzreferaten zur Theatergeschichte in die Leistungsbewertung einbezogen.

Präsentationen gehören bei allen drei Angeboten als fester Bestandteil zur Theaterarbeit dazu. Dazu kommen verschiedene Projekte und Workshops, die u.a. in Kooperation mit der Shakespeare Company durchgeführt werden. So findet z.B. im Rahmen der Projektwoche in Jahrgang 8 (Thema: Präsentieren) für jede Klasse ein 2-stündiges Training mit einem der Schauspieler*innen statt, in dem SuS an Körper, Stimme und Präsenz arbeiten. An einem Lehrplan sowie einem Konzept zum Ausbau des Schulfaches „Theater/Darstellendes Spiel“ in der SEK I wird gearbeitet.

SEK II

Darstellendes Spiel als Grundkurs

Seit der Gründung der Oberstufe 2004 wird Darstellendes Spiel als Grundkurs unterrichtet, mit der Möglichkeit, in diesem Fach nach dreijähriger Ausbildung die mündliche Abiturprüfung abzulegen. Der Unterricht besteht vornehmlich aus der praktischen Arbeit, die z.B. Übungen zu verschiedenen darstellerischen Schwerpunkten und die Entwicklung von kurzen Szenen, sowie deren Reflexion beinhaltet. Ergänzend und vertiefend werden theatertheoretische und -geschichtliche Inhalte erarbeitet, z.B. zu Grundlagen der Gestaltung, verschiedenen Theaterformen und den Ansätzen unterschiedlicher Theatertheoretiker*innen und -praktiker*innen.

Eigene Präsentationen in und außerhalb des Unterrichts sind ein wichtiger Bestandteil der Arbeit. Eine Auftrittsmöglichkeit stellt z.B. die Werkschau der künstlerischen Fächer (Jg. 9-13) im Frühling dar.

Darüber hinaus steht der Besuch von Aufführungen aus dem Profi- und Schultheaterbereich auf dem Programm, wie z.B. im Bremer Theater, in der Shakespeare-Company oder in der Schwankhalle. Auf diese Weise werden Aspekte zeitgenössischer Inszenierungen Teil des Unterrichts.

Darstellendes Spiel als Leistungskurs

Seit 2014/15 bietet die OSL – als erste Schule bundesweit – Leistungskurse im Fach Darstellendes Spiel an, welcher in Verbindung mit dem ersten Leistungskurs Deutsch, Englisch oder Mathe wählbar ist. Zwei Jahre lang werden die Schüler*innen 5 Wochenstunden in Schauspiel und Tanz, sowohl praktisch als auch theoretisch, weitergebildet. Dementsprechend enthalten der Unterricht, ebenso wie die Leistungsüberprüfungen und schließlich die Abschlussprüfungen, ausgewogene Anteile von künstlerischer Produktion, Reflexion und Fachtheorie. Am Ende der 2 Jahre legen die Schüler*innen eine schriftliche und optional eine fachpraktische Abiturprüfung ab.

Beide Jahre der Qualifikationsphase beinhalten die curricular verankerte Arbeit an einer Produktion: eine im Bereich Schauspiel (Q1/Jg.12), eine im Bereich Tanztheater (Q2/Jg.13). Letztere entsteht in Zusammenarbeit mit Choreograph*innen des tanzwerk bremen.

Darüber hinaus wird der Unterricht durch die Zusammenarbeit mit verschiedenen außerschulischen Institutionen (bremer shakespeare company, tanzwerk bremen, Theater Bremen, Quartier), z.B. durch den Besuch von Aufführungen mit begleitenden Workshopangeboten, geöffnet. Auch die Studienfahrt nach Berlin in Q1 ermöglicht den Besuch von bekannten Spielstätten und die Auseinandersetzung mit aktuellen Inszenierungen.

Der Bildungsplan für den LK wurde von Fachlehrerinnen der Schule geschrieben, von der Bremer Senatorin für Kinder und Bildung überprüft, genehmigt und schließlich auch in der KMK befürwortet. Die Bremer Bildungsbehörde begleitet den Schulversuch unterstützend und kontinuierlich evaluierend. Ziel ist, dass nach einer abschließenden Evaluation dieses Bildungsangebot möglicherweise auch für andere Schulen und Bundesländer genehmigt werden kann. Damit wird eine Arbeit fortgesetzt, die schon längere Zeit in Bremen und in Hamburg geleistet wird: Darstellendes Spiel soll ein gleichberechtigtes Fach im Aufgabenfeld I neben Kunst und Musik werden.

Der Unterricht im Darstellenden Spiel, insbesondere im LK, kann als Grundlage für die Orientierung in Richtung diverser Ausbildungsberufe und Studiengänge in Verbindung mit den darstellenden Künsten und Kultur im Allgemeinen dienen.
Sowohl in den GK als auch in den LK erweitern die Schüler*innen vor dem Hintergrund kultureller Teilhabe in der gemeinsamen künstlerisch-kreativen Arbeit ihr darstellerisches und gestalterisches Ausdrucksvermögen, erwerben breit gestreute Fachkenntnisse und bilden nicht zuletzt im Miteinander diverse persönliche Kompetenzen aus.

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